Der Konjunktiv Perfekt ist eine der vier Konjunktivzeiten des Lateinischen.
Er wird vor allem verwendet:
in bestimmten Hauptsatzfunktionen
bei Wünschen
bei Verboten
in Nebensätzen nach der Zeitenfolge
Im Vergleich zum Konjunktiv Präsens und Konjunktiv Imperfekt kommt er etwas seltener vor, gehört aber trotzdem zu den wichtigen Prüfungs- und Klausurthemen.
Der Konjunktiv Perfekt wird gebildet aus:
Perfektstamm + eri + Personalendung
Schema:
Perfektstamm + eri + Personalendung
Stammformen:
amo, amare, amavi, amatum
Perfektstamm:
amav-
Person | Form |
|---|---|
1. Sg. | amaverim |
2. Sg. | amaveris |
3. Sg. | amaverit |
1. Pl. | amaverimus |
2. Pl. | amaveritis |
3. Pl. | amaverint |
Stammformen:
rego, regere, rexi, rectum
Person | Form |
|---|---|
1. Sg. | rexerim |
2. Sg. | rexeris |
3. Sg. | rexerit |
1. Pl. | rexerimus |
2. Pl. | rexeritis |
3. Pl. | rexerint |
Stammformen:
audio, audire, audivi, auditum
Person | Form |
|---|---|
1. Sg. | audiverim |
2. Sg. | audiveris |
3. Sg. | audiverit |
1. Pl. | audiverimus |
2. Pl. | audiveritis |
3. Pl. | audiverint |
Die Formen enthalten fast immer:
-eri-
Beispiele:
amaverim
amaveris
amaverit
rexerim
audiverint
Das ist das wichtigste Erkennungsmerkmal.
Dies ist eine der häufigsten Fehlerquellen im Lateinunterricht.
Vergleiche:
Konjunktiv Perfekt | Futur II |
|---|---|
amaverim | amavero |
amaveris | amaveris |
amaverit | amaverit |
Einige Formen sehen identisch aus.
Deshalb musst du immer den Zusammenhang des Satzes beachten.
Eine besonders wichtige Verwendung.
Ne hoc feceris!
Tu das nicht!
Wörtlich:
Du sollst dies nicht getan haben.
Sinngemäß:
Tu das nicht!
Ne dixeris.
Sage das nicht!
Ne credideris.
Glaube das nicht!
Diese Konstruktion begegnet häufig in Klassenarbeiten.
Gelegentlich erscheint er auch bei erfüllbaren Wünschen.
Utinam hoc fecerit!
Möge er dies getan haben!
Diese Verwendung ist allerdings deutlich seltener.
Im Nebensatz spielt vor allem die Zeitenfolge eine Rolle.
Steht der Hauptsatz in einer Hauptzeit, verwendet man oft den Konjunktiv Perfekt für vorzeitige Handlungen.
Gaudeo quod veneris.
Ich freue mich, dass du gekommen bist.
Das Kommen geschah vor dem Freuen.
Deshalb erscheint der Konjunktiv Perfekt.
Nescio quid feceris.
Ich weiß nicht, was du getan hast.
Auch hier liegt Vorzeitigkeit vor.
Der Konjunktiv Perfekt gehört zur sogenannten Hauptzeitenreihe.
Dazu gehören:
Präsens
Futur I
Perfekt mit Gegenwartsbezug
Bei Vorzeitigkeit verwendet man dann häufig den Konjunktiv Perfekt.
Nescio cur veneris.
Prädikat:
veneris
Modus:
Konjunktiv
Zeit:
Perfekt
Funktion:
Indirekte Frage
Übersetzung:
Ich weiß nicht, warum du gekommen bist.
Bestimme:
rexerint
Perfektstamm → rex-
Kennzeichen → -eri-
Endung → -nt
Ergebnis:
Konjunktiv Perfekt
Aktiv
Person Plural
Konjunktiv Perfekt und Futur II verwechseln.
Die Zeitenfolge nicht beachten.
Den Perfektstamm nicht erkennen.
Den verneinten Jussiv übersehen.
Die Satzfunktion nicht bestimmen.
Wenn du eine Form auf:
-erim
-eris
-erit
-erimus
-eritis
-erint
findest, solltest du immer prüfen:
Konjunktiv Perfekt oder Futur II?
Der Satzkontext liefert die Antwort.
Der Konjunktiv Perfekt wird mit Perfektstamm + eri + Personalendung gebildet und dient häufig zur Darstellung von Vorzeitigkeit oder verneinten Aufforderungen.
Mit Perfektstamm + eri + Personalendung.
Am Kennzeichen -eri-.
Im Hauptsatz und in Nebensätzen.
Weil mehrere Formen identisch aussehen.
Eine Aufforderung in der Form „Tu das nicht!“.
Weil er häufig in indirekten Fragen und bei der Zeitenfolge erscheint.