Die gemischte Deklination gehört wie die konsonantische Deklination und die i-Deklination zur großen Familie der 3. Deklination.
Viele Schülerinnen und Schüler fragen sich:
Warum gibt es neben der konsonantischen Deklination und der i-Deklination noch eine gemischte Deklination?
Die Antwort ist einfach:
Einige Wörter besitzen Merkmale beider Gruppen. Sie übernehmen bestimmte Endungen der i-Deklination, behalten aber gleichzeitig Eigenschaften der konsonantischen Deklination.
Daher spricht man von der gemischten Deklination.
Die gemischte Deklination begegnet regelmäßig in Lehrbüchern, Klassenarbeiten und Originaltexten.
Zu ihr gehören viele häufige Wörter wie:
urbs, urbis – Stadt
pars, partis – Teil
mons, montis – Berg
dens, dentis – Zahn
fons, fontis – Quelle
Wer diese Wörter sicher bestimmen kann, vermeidet viele typische Fehler.
Die meisten Wörter der gemischten Deklination besitzen:
Im Nominativ Singular nur eine Silbe.
Beispiel:
urbs
Im Genitiv Singular zwei Silben.
Beispiel:
urbis
Der Wortstamm endet auf zwei Konsonanten.
Beispiel:
urb-
Diese Merkmale ähneln der i-Deklination.
Die gemischte Deklination übernimmt den Genitiv Plural der i-Deklination.
Deshalb lautet die Endung:
-ium
Beispiel:
urbium
der Städte
Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
Nominativ | urbs | urbes |
Genitiv | urbis | urbium |
Dativ | urbi | urbibus |
Akkusativ | urbem | urbes |
Ablativ | urbe | urbibus |
Vokativ | urbs | urbes |
Vergleiche:
(i-Deklination)
(gemischte Deklination)
Beide besitzen:
Genitiv Plural auf -ium
Aber:
Die gemischte Deklination behält oft den Ablativ Singular auf -e.
urbe
nicht:
urbi
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede.
urbs – Stadt
mons – Berg
fons – Quelle
pars – Teil
ars – Kunst
mors – Tod
princeps – Fürst
parens – Elternteil
Satz:
Urbs magna erat.
urbs
Die Stadt
erat
war
Die Stadt war groß.
Partes exercitus advenerunt.
partes
Die Teile / Abteilungen
exercitus
des Heeres
Die Abteilungen des Heeres kamen an.
Kasus | Endung |
|---|---|
Nominativ | verschieden |
Genitiv | -is |
Dativ | -i |
Akkusativ | -em |
Ablativ | -e |
Kasus | Endung |
|---|---|
Nominativ | -es |
Genitiv | -ium |
Dativ | -ibus |
Akkusativ | -es |
Ablativ | -ibus |
Gemischte Deklination und i-Deklination gleich behandeln.
Den Genitiv Plural falsch bilden.
Den Ablativ Singular mit -i bilden.
Den Stamm falsch bestimmen.
Die Erkennungsmerkmale ignorieren.
Form | Konsonantisch | Gemischt | i-Deklination |
|---|---|---|---|
rex | ✔ | ✘ | ✘ |
urbs | ✘ | ✔ | ✘ |
turris | ✘ | ✘ | ✔ |
rex → regum
urbs → urbium
turris → turrium
rege
urbe
turri
An diesen Formen lassen sich die Gruppen besonders gut unterscheiden.
Merke dir zuerst drei Beispielwörter:
rex → konsonantische Deklination
urbs → gemischte Deklination
turris → i-Deklination
Mit diesen drei Wörtern kannst du die Unterschiede besonders leicht erkennen.
Die gemischte Deklination verbindet Merkmale zweier wichtiger Untergruppen der 3. Deklination.
Wer sie sicher beherrscht, versteht die gesamte 3. Deklination deutlich besser und kann viele Formen schneller bestimmen.
Die gemischte Deklination verbindet Merkmale der konsonantischen Deklination und der i-Deklination. Besonders typisch ist der Genitiv Plural auf -ium, während der Ablativ Singular meist auf -e endet.
Eine Untergruppe der 3. Deklination mit Merkmalen der konsonantischen Deklination und der i-Deklination.
Häufig an einsilbigen Nominativen und dem Genitiv Plural auf -ium.
Der Genitiv Plural auf -ium.
Der Ablativ Singular endet meist auf -e statt auf -i.
Zum Beispiel urbs, pars, mons, fons und mors.
Weil sie regelmäßig in Schultexten und Klassenarbeiten vorkommt.