Der Dativ ist der 3. Fall der lateinischen Sprache. Er gehört zu den wichtigsten Kasus und begegnet dir in vielen lateinischen Sätzen.
Während der Nominativ meist das Subjekt und der Akkusativ häufig das Objekt einer Handlung bezeichnet, zeigt der Dativ oft an, wem etwas gegeben, gesagt, gezeigt oder geholfen wird.
Deshalb wird der Dativ häufig als Fall des Empfängers oder Beteiligten bezeichnet.
Der Dativ beantwortet die Frage:
Wem?
Beispiel:
Magister discipulo librum dat.
Frage:
Wem gibt der Lehrer das Buch?
Antwort:
Dem Schüler.
Dativ:
discipulo
Übersetzung:
Der Lehrer gibt dem Schüler das Buch.
Die häufigste Funktion des Dativs ist das indirekte Objekt.
Beispiel:
Puella amicae epistulam scribit.
Das Mädchen schreibt der Freundin einen Brief.
Hier steht:
puella im Nominativ
epistulam im Akkusativ
amicae im Dativ
Die Freundin erhält den Brief.
Servus domino paret.
Der Sklave gehorcht dem Herrn.
Mater filio auxilium dat.
Die Mutter gibt dem Sohn Hilfe.
Caesar militibus imperat.
Caesar befiehlt den Soldaten.
Einige Verben verlangen im Lateinischen einen Dativ.
Diese Verben solltest du besonders gut kennen.
gehorchen
Servus domino paret.
Der Sklave gehorcht dem Herrn.
glauben
Puella magistro credit.
Das Mädchen glaubt dem Lehrer.
befehlen
Dux militibus imperat.
Der Feldherr befiehlt den Soldaten.
schaden
Ignavia patriae nocet.
Die Faulheit schadet dem Vaterland.
nützen
Labor discipulis prodest.
Arbeit nützt den Schülern.
Der Dativ lässt sich durch seine Funktion und seine Endungen erkennen.
Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
Dativ | puellae | puellis |
Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
Dativ | servo | servis |
Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
Dativ | regi | regibus |
Die Endungen helfen bei der Bestimmung, entscheidend bleibt jedoch immer die Funktion im Satz.
Eine besondere Funktion ist der sogenannte Dativ des Besitzers.
Beispiel:
Puero est liber.
Wörtlich:
Dem Jungen ist ein Buch.
Besser:
Der Junge hat ein Buch.
Hier zeigt der Dativ an, wem etwas gehört.
Mihi est canis.
Ich habe einen Hund.
Nobis sunt amici.
Wir haben Freunde.
Der Dativ kann auch angeben, für wen etwas geschieht.
Beispiel:
Mater filio laborat.
Die Mutter arbeitet für ihren Sohn.
Miles patriae pugnat.
Der Soldat kämpft für das Vaterland.
Besonders häufig begegnet der Dativ zusammen mit Formen von esse.
Beispiel:
Mihi nomen Marcus est.
Mein Name ist Marcus.
Wörtlich:
Mir ist der Name Marcus.
Solche Konstruktionen solltest du erkennen können.
Suche das Prädikat.
Bestimme Subjekt und Akkusativobjekt.
Frage:
Wem?
Suche das passende Wort.
Prüfe die Endung und die Funktion.
Magister discipulo librum dat.
Wem gibt der Lehrer das Buch?
Dem Schüler.
Dativ:
discipulo
Puella amicae rosam dat.
Wem gibt das Mädchen die Rose?
Der Freundin.
Dativ:
amicae
Caesar militibus imperat.
Wem befiehlt Caesar?
Den Soldaten.
Dativ:
militibus
Labor nobis prodest.
Wem nützt die Arbeit?
Uns.
Dativ:
nobis
Dativ und Ablativ verwechseln.
Nur die Endungen betrachten.
Verben mit Dativ nicht erkennen.
Den Dativ des Besitzers falsch übersetzen.
Die Frage „Wem?“ nicht stellen.
Vergleiche:
Magister discipulo librum dat.
Nominativ:
magister
Wer gibt?
Der Lehrer.
Akkusativ:
librum
Was wird gegeben?
Das Buch.
Dativ:
discipulo
Wem wird das Buch gegeben?
Dem Schüler.
Diese Unterscheidung bildet die Grundlage vieler Satzanalysen.
Der Dativ beantwortet meist die Frage „Wem?“ und bezeichnet häufig den Empfänger, Nutznießer oder Beteiligten einer Handlung.
Der Dativ ist der 3. Fall und bezeichnet häufig den Empfänger einer Handlung.
„Wem?“
Zum Beispiel parere, credere, imperare, nocere und prodesse.
Eine Konstruktion, die Besitz mit dem Verb esse ausdrückt.
Weil viele Verben und Satzkonstruktionen ohne den Dativ nicht richtig verstanden werden können.
Durch die Frage „Wem?“, die Kasusendung und die Funktion im Satz.