Der Nominativ ist einer der wichtigsten Kasus der lateinischen Sprache. Er wird auch als 1. Fall bezeichnet und spielt bei der Übersetzung nahezu jedes Satzes eine zentrale Rolle.
Wenn du einen lateinischen Satz analysierst, solltest du fast immer zuerst nach dem Nominativ suchen.
Warum?
Weil der Nominativ meistens das Subjekt des Satzes bezeichnet.
Das Subjekt ist die Person oder Sache, die eine Handlung ausführt oder von der etwas ausgesagt wird.
Der Nominativ beantwortet die Fragen:
Wer?
oder
Was?
Beispiel:
Puella ridet.
Frage:
Wer lacht?
Antwort:
puella.
Übersetzung:
Das Mädchen lacht.
Die häufigste Funktion des Nominativs ist die Rolle des Subjekts.
Beispiel:
Marcus ambulat.
Marcus geht.
Marcus steht im Nominativ und führt die Handlung aus.
Servus laborat.
Der Sklave arbeitet.
Agricola arat.
Der Bauer pflügt.
Romani pugnant.
Die Römer kämpfen.
In allen Beispielen steht das handelnde Subjekt im Nominativ.
Im Deutschen erkennen wir das Subjekt oft an der Wortstellung.
Beispiel:
Der Hund beißt den Mann.
Im Lateinischen funktioniert das anders.
Hier verraten die Endungen die Funktion eines Wortes.
Beispiel:
Canis virum mordet.
Der Hund beißt den Mann.
Auch wenn die Reihenfolge verändert wird:
Virum canis mordet.
bleibt die Bedeutung gleich.
Die Endung zeigt weiterhin:
canis = Nominativ
virum = Akkusativ
Subjekt und Prädikat gehören eng zusammen.
Beispiel:
Puella cantat.
Nominativ: puella
Prädikat: cantat
Das Mädchen singt.
Wenn du das Prädikat gefunden hast, solltest du immer fragen:
Wer tut das?
Die Antwort steht häufig im Nominativ.
Der Nominativ kann sowohl im Singular als auch im Plural stehen.
Puella cantat.
Das Mädchen singt.
Puellae cantant.
Die Mädchen singen.
Die Funktion bleibt gleich.
Nur die Anzahl verändert sich.
Je nach Deklination besitzt der Nominativ unterschiedliche Endungen.
puella
Mädchen
servus
Sklave
rex
König
fructus
Frucht
res
Sache
Deshalb solltest du den Nominativ nicht allein an einer bestimmten Endung erkennen wollen.
Der Nominativ kann auch als Prädikatsnomen auftreten.
Beispiel:
Marcus est discipulus.
Marcus ist Schüler.
Hier stehen sowohl
Marcus
discipulus
im Nominativ.
Das Verb esse verbindet beide Wörter.
Roma est urbs.
Rom ist eine Stadt.
Caesar erat imperator.
Caesar war Feldherr.
Gehe bei jedem Satz nach demselben Schema vor:
Suche das Prädikat.
Frage:
Wer oder was führt die Handlung aus?
Suche das passende Wort im Nominativ.
Prüfe, ob Person und Numerus zum Prädikat passen.
Puer currit.
Wer läuft?
Der Junge.
Nominativ:
puer
Übersetzung:
Der Junge läuft.
Romani urbem defendunt.
Wer verteidigt die Stadt?
Die Römer.
Nominativ:
Romani
Übersetzung:
Die Römer verteidigen die Stadt.
Agricola filium vocat.
Wer ruft?
Der Bauer.
Nominativ:
agricola
Übersetzung:
Der Bauer ruft seinen Sohn.
Den ersten Akkusativ im Satz für das Subjekt halten.
Nur auf die Wortstellung achten.
Den Nominativ nicht mit dem Prädikat vergleichen.
Prädikatsnomen übersehen.
Endungen auswendig lernen, ohne ihre Funktion zu verstehen.
Fast jede Satzanalyse beginnt mit dem Prädikat und dem Nominativ.
Wer das Subjekt sicher erkennt, versteht bereits einen großen Teil des Satzes.
Deshalb gehört der Nominativ zu den wichtigsten Grundlagen des Lateinunterrichts.
Der Nominativ beantwortet die Fragen „Wer?“ oder „Was?“ und bezeichnet meist das Subjekt eines Satzes.
Wenn du den Nominativ gefunden hast, weißt du in der Regel, wer die Handlung ausführt.
Der Nominativ ist der 1. Fall und bezeichnet meist das Subjekt eines Satzes.
„Wer?“ oder „Was?“
Durch die Kasusendung und seine Funktion als Subjekt.
Ja, beispielsweise bei einem Prädikatsnomen mit esse.
Weil er meist die handelnde Person oder Sache eines Satzes bezeichnet.
Nein. Im Lateinischen ist die Wortstellung oft frei.